Activision Blizzard Aktie: Details zur Microsoft-Übernahme

Diese Nachricht war wohl die Sensation an der Börse am heutigen Dienstag. Denn eines der wertvollsten Unternehmen der Welt übernimmt einen marktführenden Spielekonzern. Die Rede ist vom US-Tech-Giganten Microsoft – auf der eigenen Website gaben die Verantwortlichen bekannt, dass sie ihre eigene Spielesparte künftig mit Activision Blizzard erweitern wollen. Die Activision Blizzard Aktie reagierte prompt.

Neben der Konsole werden nun auch zahlreiche Spiele und bekannte Franchise-Projekte Teil des Microsoft-Angebots sein. Was müssen die Anleger jetzt wissen?

Activision Blizzard – Aktie kommt richtig in Fahrt!

Am heutigen Handelstag ist die Aktie von Activision Blizzard um über 35% explodiert. Schließlich ist der mitgeteilte Kaufpreis deutlich höher als der Aktienkurs des letzten Handelstages. Im Gegensatz dazu ist die Microsoft-Aktie stabil und liegt derzeit nur etwa 1% im Minus. Die Aktionäre von Activision Blizzard feiern die Übernahme, und auch die Anleger von Microsoft scheinen zufrieden zu sein.

Denn normalerweise reagieren die Aktionäre des übernehmenden Unternehmens eher negativ auf die immensen Investitionsausgaben. Aber Microsoft scheint mit dem Kauf von Activision Blizzard einen profitablen Weg gefunden zu haben, den gigantischen Cashflow zu reinvestieren.

Microsoft Chart – Quelle: https://tradingview.com

Microsoft kauft Activision Blizzard

Microsoft wird das Unternehmen Activision Blizzard übernehmen. Der Kaufpreis beträgt 95 Dollar pro Aktie. Damit beläuft sich der Gesamtwert der Übernahme auf rund 69 Milliarden Dollar, mit denen Microsoft das Spieleunternehmen bewertet. Der Aufschlag gegenüber dem Schlusskurs vom Montag beträgt rund 45%.

Zugegeben, auf den ersten Blick ist dies ein besseres Angebot für Activision Blizzard. Allerdings lag die Aktie von Activision Blizzard bereits vor etwa neun Monaten, also vor den zahlreichen Skandalen, auf dem gleichen Niveau. Käufer und Verkäufer scheinen also einen fairen Transaktionspreis gefunden zu haben.

Vorgeschichte

In den letzten Monaten gab es massenhaft Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung durch Manager des Unternehmens. Die California Occupational Safety and Health Administration reichte eine Klage ein, in der sie das Unternehmen als Brutstätte der Belästigung und Diskriminierung von Frauen bezeichnete.

Daraufhin hat Activision Blizzard etwa 40 Mitarbeiter entlassen und weitere Disziplinarmaßnahmen eingeleitet. Trotzdem wandten sich immer mehr Aktionäre von Activision Blizzard ab, der Aktienkurs kannte nur eine Richtung.

Dabei ist Activision Blizzard ein Spielehersteller mit einer führenden Marktposition. Zahlreiche Franchises und spannende Spielinhalte sind Teil des Unternehmens. Hohe Cashflows sind das Ergebnis der Tätigkeit in einem spannenden Zukunftsmarkt. Gleichzeitig könnte Activision Blizzard neue Einnahmequellen erschließen, da die Vermarktung erfolgreicher Franchises außerhalb der Spielesparte von Erfolg gekrönt sein könnte. Die ersten Animationsserien werden derzeit hier produziert.

Activision Blizzard
Activision Blizzard Chart – Quelle: https://tradingview.com

Strategisch relevant für Microsoft

Der Kauf von Activision Blizzard fügt sich nahtlos in die Strategie von Microsoft ein. Denn das Geschäftsmodell wird immer breiter aufgestellt. Auch hier liegt der Fokus auf dem Megatrend Gaming. Immer mehr Spiele landen in Microsofts Game Pass. Das könnte sich nun mit dem Kauf von Activision Blizzard fortsetzen. Microsoft baut seinen eigenen Wassergraben aus und will langfristige, wiederkehrende Einnahmen generieren.

Der CEO bleibt

Die zahlreichen Skandale bei Activision Blizzard haben auch Kritik am Chef von Activision Blizzard Bobby Kottick hervorgerufen. Für viele Anleger handelte er nicht konsequent genug und griff nur sporadisch in die skandalösen Vorgänge in der Belegschaft ein. Dennoch heißt es jetzt, dass Microsoft an die Fähigkeiten von Bobby Kottick glaubt und dass er an der Spitze von Acitivion Blizzard bleiben soll. Schließlich ist Bobby Kottick vielleicht kein unumstrittener CEO, aber er hat viele Jahre Erfahrung auf dem Spielemarkt.

Unser Fazit zur Übernahme

Die Microsoft-Aktie bleibt ein spannendes Investment. Das führende Technologieunternehmen hat sich einen gigantischen Wassergraben geschaffen. Vor allem das Cloud- und das B2B-Geschäft sind für die Zukunft gerüstet. Das Umsatz- und Gewinnwachstum lag in den letzten Jahren durchweg im zweistelligen Bereich. Die Mischung aus Wachstum und Dividenden macht die Microsoft-Aktie auch für andere Anlegertypen zu einem interessanten Investment.

Der Kauf von Activision Blizzard wird die Spielesparte über die Xbox hinaus stärken. Hier dürfte es spannend sein zu beobachten, inwieweit die Anpassung gelingt, Synergiepotenziale genutzt und Ertragspotenziale erschlossen werden können. Die erste Reaktion der Anleger zeigt, dass sie die Übernahme von Activision Blizzard durch das Management gutheißen. Jetzt liegt es an den Verantwortlichen, dieses Vertrauen zurückzuzahlen.

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