Welche Steuern muss ich auf Aktien zahlen?

Grundsätzlich müssen in Deutschland Steuern auf Kapitalerträge gezahlt werden. Für Anleger bedeutet dies, dass sie Steuern auf die Gewinne zahlen müssen, die sie aus der Anlage in Aktien erzielen.

Die fällige Steuer wird als Abgeltungssteuer bezeichnet. Derzeit beträgt sie 25 Prozent. Ein Viertel des Gewinns, den Sie mit Aktien erzielen, geht an die Steuerbehörden. Diese 25 Prozent sind unabhängig davon fällig, wie Sie mit Ihren Aktien einen Gewinn erzielen. Wenn Sie Aktien mit Gewinn verkaufen, müssen Sie sowohl diesen Gewinn als auch die erhaltenen Dividenden versteuern.

Wenn Sie kirchensteuerpflichtig sind, müssen Sie zusätzlich 8 bis 9 Prozent zahlen, je nach Bundesland. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungssteuer. Es stimmt, dass der Solidaritätszuschlag auf die Einkommensteuer für die meisten Menschen im Jahr 2021 abgeschafft wurde. Anleger können sich jedoch weiterhin solidarisch zeigen.

Der Soli und die Kirchensteuer gelten übrigens nur für den Teil der Abgeltungssteuer. Beim Soli sind es zum Beispiel 26,375 Prozent und nicht 30,5 Prozent.

Steuern - Freibetrag

Gibt es einen Freibetrag bei Steuern?

Aktiengewinne müssen jedoch nicht vom ersten Cent an versteuert werden. Jeder Anleger hat Anspruch auf einen Steuerfreibetrag von 801 Euro. Ehepaare können sogar einen gemeinsamen Freibetrag von 1.602 Euro beanspruchen. Solange Ihre Gewinne aus Aktien, Fonds und anderen Wertpapieren 801 Euro pro Jahr nicht übersteigen, müssen Sie überhaupt nichts zahlen.

Wenn Ihre Gewinne jedoch diesen Freibetrag übersteigen, zahlen Sie nur auf den Teil Quellensteuer, der den Freibetrag übersteigt.

In der Regel wird diese Abgeltungssteuer direkt von Ihrer Depotbank einbehalten und an die Steuerbehörden weitergeleitet. Sie müssen nichts direkt bezahlen. Allerdings ziehen die Banken die Abgeltungssteuer vom ersten Cent Ihrer Kapitalerträge ab.

Um Ihren Steuerfreibetrag ohne bürokratischen Aufwand in Anspruch zu nehmen, sollten Sie daher einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Depotbank einrichten. Die Bank wird dann nur dann Steuern abziehen, wenn der Freibetrag überschritten wird.

Steuern - Verkauf von Aktien

Steuern auf den Verkauf von Aktien

Bei Dividenden ist die Höhe der fälligen Steuer relativ klar. Aber wie sieht es bei Aktien aus? Schließlich hängt der Gewinn aus dem Verkauf von Aktien immer von dem Preis ab, zu dem die Aktie ursprünglich gekauft wurde. Hier gilt immer das sogenannte „First in, First out“-Prinzip.

First in, First out (Fifo) bedeutet einfach, dass Aktien, die zuerst gekauft wurden, immer zuerst verkauft werden.

Vorsicht bei Auslandsinvestments

Wenn Sie ein Aktiendepot im Ausland haben, werden die Dinge ein wenig komplizierter. Oft müssen Sie in Ihrem Herkunftsland Steuern zahlen. Dies wird als Quellensteuer bezeichnet. Die Höhe der Quellensteuer sowie die Währung, in der sie erhoben wird, hängt von dem jeweiligen Land ab.

Viele Länder haben untereinander Steuerabkommen geschlossen, damit Anleger nicht doppelt besteuert werden. Um dies zu verhindern, müssen Sie möglicherweise selbst aktiv werden.

Dazu müssen Sie den fraglichen Betrag in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Wenn Sie im Ausland investieren, informieren Sie sich am besten auf der Website des Finanzministeriums, welche Vorschriften zu beachten sind und welche Formulare Sie benötigen.

Steuern - Verlustvorträge

Sparen Sie Steuern durch Verlustvorträge

Mit Aktien können jedoch nicht nur Gewinne erzielt werden. Gelegentlich kommt es auch zu Verlusten. Das ist zwar an sich ärgerlich, kann Ihnen aber zumindest aus steuerlicher Sicht Vorteile bringen. Dies ist möglich, wenn Sie Ihre jährlichen Verluste im folgenden Jahr von Ihren Gewinnen abziehen. Dies wird als Verlustvortrag bezeichnet.

Wenn Ihre Gewinne aus Wertpapieren im Jahr 2021 beispielsweise 10.000 Euro betragen, Ihre Verluste aber 13.000 Euro, können Sie für 2022 einen Verlustvortrag von 3.000 Euro geltend machen. Dieser wird dann von Ihren Gewinnen in diesem Jahr abgezogen.

Sie müssen jedoch bedenken, dass Sie Verluste aus dem Verkauf von Aktien nur mit Gewinnen aus dem Verkauf von Aktien verrechnen können. Es ist jedoch nicht möglich, Verluste mit Gewinnen aus Dividenden oder Zinsen aus Anleihen zu verrechnen.

Wenn Sie alle Ihre Aktien in einem einzigen Depot haben, brauchen Sie gar nichts zu tun. In diesem Fall wird Ihre Depotbank die Gewinne und Verluste automatisch miteinander verrechnen. Wenn Sie hingegen mehrere Wertpapierdepots haben, können Sie die Verluste in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen.

Schreiben Sie einen Kommentar