Wie viele Aktien sollte man im Portfolio haben?

Eines der ersten Dinge, die Sie als neuer Anleger über Aktien hören, ist, dass Sie mehr als eine Aktie in Ihrem Portfolio haben sollten. Mehr Aktien bedeuten, dass Sie weniger abhängig von den Kursen einzelner Aktien sind. Aber wie viele Aktien sollten Sie haben?

Um diese Frage zu beantworten, lassen Sie uns zunächst einen Blick darauf werfen, warum es eine gute Idee ist, mehrere Aktien in Ihrem Portfolio zu haben.

Aktien - Diversifikation

Diversifizierung reduziert das Risiko

Jeder, der in Aktien investiert, geht immer ein gewisses Risiko ein. Niemand kann mit absoluter Sicherheit vorhersagen, ob die Kurse der einzelnen Aktien steigen oder fallen werden. Es besteht daher immer das Risiko, dass eine Aktie, die Sie zuvor gekauft haben, plötzlich an Wert verliert.

Wenn Sie Ihr ganzes Geld in diese eine Aktie investiert haben, ist das natürlich sehr schlecht. Sie verlieren eine Menge Geld, ohne dies in irgendeiner Weise ausgleichen zu können. Um dem entgegenzuwirken, raten Experten Anlegern immer dazu, ihre Bestände am Aktienmarkt so weit wie möglich zu streuen. Damit ist gemeint, dass Sie nicht nur eine, sondern mehrere Aktien kaufen sollten.

Die Theorie dahinter ist recht einfach zu verstehen: Wenn das eigene Portfolio beispielsweise aus fünf Aktien besteht, von denen jede 20 Prozent des investierten Kapitals ausmacht, kann eine einzige Aktie im schlimmsten Fall dazu führen, dass man 20 Prozent seines Geldes verliert. Die anderen vier Aktien können die Verluste des einen Wertpapiers mit ihren 80 Prozent auffangen und abfedern.

Die obigen Zahlen sind jedoch nur ein reines Beispiel, auf das wir nicht näher eingehen müssen. Denn bevor wir auf die Frage „Wie viele Aktien sollten Sie haben?“ eingehen, müssen wir einen anderen Aspekt der Diversifizierung beleuchten.

Aktien - Viele Aktien

Es braucht nicht nur viele, sondern viele verschiedene Aktien

Diversifizierung ist nicht nur eine Frage der Anzahl. Es ist auch wichtig, dass sich die Aktien im Portfolio wirklich voneinander unterscheiden. Wenn Sie z.B. die Aktien von zehn verschiedenen Autoherstellern kaufen, sind Sie nicht so sehr vom Erfolg jedes einzelnen Unternehmens abhängig. Sie sind aber sehr wohl vom Erfolg der Automobilindustrie als Ganzes abhängig.

Auch wenn alle Aktien aus der gleichen Branche stammen, können sie aufgrund einer branchenspezifischen Krise durch die Maschen fallen. Das Gleiche kann übrigens auch passieren, wenn die einzelnen Aktien auf nationaler oder regionaler Ebene nahe beieinander liegen. Wenn ein Land besonders stark von einer Wirtschaftskrise betroffen ist, kann sich die Mehrheit der Aktien aus diesem Land besonders schlecht entwickeln. Aus diesem Grund sollte man bei der Zusammenstellung des eigenen Portfolios auch Aktien aus anderen Ländern in Betracht ziehen.

Übrigens lässt sich das Ganze noch weiter spinnen. Wenn mehrere Unternehmen in der gleichen Lieferkette stehen oder eine andere wirtschaftliche Verbindung zwischen ihnen besteht, können ihre Aktienkurse im Falle einer Krise im Gleichschritt fallen, trotz vermeintlicher Unterschiede in der Branche und im Herkunftsland. Wenn beispielsweise der Flugverkehr zusammenbricht, schadet dies nicht nur den Fluggesellschaften und Flughafenbetreibern, sondern auch den Flugzeugherstellern und allen ihren Zulieferern.

Es ist also klar, dass Sie bei der Auswahl Ihrer eigenen Aktien darauf achten sollten, dass diese ein möglichst breites Spektrum an Unternehmen abdecken. Aber wie viele Aktien brauchen Sie genau?

So viele Aktien werden benötigt

Um es gleich vorweg zu nehmen: Eine absolute Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Wie die obigen Ausführungen gezeigt haben, kommt es immer darauf an, welche Art von Aktien Sie in Ihr Portfolio aufnehmen wollen. Die schiere Anzahl allein garantiert nicht unbedingt einen ausreichenden Schutz vor Verlusten. Es gibt jedoch einige grobe Richtlinien, an denen Sie sich orientieren können.

Im Allgemeinen gelten 10 bis 20 Aktien als die Mindestanzahl, die für eine angemessene Diversifizierung erforderlich ist. Wenn Sie hingegen beabsichtigen, ein langfristiges Portfolio aufzubauen, das über viele Jahre hinweg Bestand hat, sollten Sie idealerweise zu 20 bis 30 Aktien tendieren.

Diese Zahl hängt auch davon ab, wie viel Geld Sie für die Anlage in Aktien zur Verfügung haben. Aufgrund der Gebühren ist es nicht sinnvoll, nur 100 Euro in jede Aktie zu investieren. Zwar variieren die Ordergebühren je nachdem, welchen Depotanbieter Sie nutzen. Sie sollten jedoch mindestens 1.000 bis 2.000 Euro pro Aktienkauf investieren.

Wenn Sie weniger Geld zur Verfügung haben, sollten Sie sich nicht dazu zwingen, 15 oder 25 Aktien zu kaufen. Es ist immer wichtig, dass die Aktien selbst unterschiedlich genug sind.

Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht zu viel Gewicht auf einige wenige Aktien legen und die anderen nur als Beiwerk im Portfolio haben. Wenn 50 Prozent in einer einzigen Aktie stecken und die restlichen 50 Prozent in 9 anderen Aktien, ist das Portfolio nicht wirklich diversifiziert.

Sich breit genug aufzustellen, erfordert ein wenig Arbeit. Es ist nicht immer einfach, das richtige Gleichgewicht in einem Portfolio zu finden. Aber wenn Sie diese wichtigen Grundsätze befolgen, sollten Sie viel mehr Erfolg mit Ihrer eigenen Börsenkarriere haben.

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